Altena. Mit seinem ersten von insgesamt fünf Dialogabenden „Hömma, Altena!“ hat der parteilose Bürgermeisterkandidat Volker Spitz am Donnerstag (30. Januar) den Kommunalwahlkampf eingeläutet. Rund 30 Bürgerinnen und Bürger hatten sich im Salon der Villa von Spitz versammelt – Wahlkampf im Wohnzimmer.

„Ich hatte darauf gehofft, aber nicht damit gerechnet“, sagte Spitz am Ende der gut zweistündigen Veranstaltung über die Resonanz und war sichtlich mehr als zufrieden. Zwei Stunden, die weniger eine Vorstellung des vielen noch unbekannten, unabhängigen Kandidaten waren, sondern viel mehr ein Ideenworkshop, eine Sammlung von Aktionen und Initiativen, die die Burgstadt weiter- bzw. wieder nach vorne bringen sollen. Zwei Stunden, die – unabhängig von der Qualität der Ergebnisse – in jedem Fall gutes Stück basisdemokratisches Miteinander waren.

In lockerer Runde, durchaus bei Knabbergebäck, Bier und Wein, aber weit weg von dumpfer Stammtischatmosphäre oder elitärem Hinterzimmergespräch, entwickelte sich eine muntere Diskussion darüber, was in Altena schon gut ist und gut läuft, was besser werden muss und was bislang (in) der Stadt völlig fehlt. Die Moderation und Sammlung der einzelnen Vorschläge für die drei Themenbereiche übernahm Spitz‘ Ehefrau Ina Wohlgemuth, die damit am Ende fast den größeren Rede- und Präsenzanteil der Veranstaltung hatte, obwohl sie gar nicht zur Wahl steht.

„Lennestraße und Markaner wären wichtiger“

„Den Aufschwung gestalten, statt den Niedergang zu verwalten“ hatte Spitz als Motto gewählt. Seine drei Themenschwerpunkte dabei: die Tourismuswirtschaft, die Kultur und die Stadtentwicklung. „Vieles scheiterte bisher nicht am Geld, sondern eher an Ideen und Energie“, urteilte der unabhängige Bürgermeisterkandidat. Kein Unternehmer würde seinen Betrieb „so vergammeln lassen“ wie die Stadtspitze die Stadt Altena, pflichtete ein Teilnehmer der Auffassung, vieles sei in der Burgstadt kaputt gespart worden, bei. Und auch die Prioritäten wurden hinterfragt: „Jetzt bekommen wir noch einen hübschen Lennepark. Dabei wäre es viel wichtiger, sich erst einmal um die Lennestraße, um den Langen Kamp und den Markaner zu kümmern“, erklärte ein Teilnehmer der Runde. Spitz warb dafür, dass die Stadt wieder über Mitgliedschaften, wie im Kultursekretariat NRW, besser vernetzt wird, um „Know-how von außen“ zu bekommen.

Lange Liste auf der Haben-Seite

Für viele erstaunlich: Als es um konkrete Ideen und Projekte ging, die Altena braucht, war die Liste dessen, was Altena schon alles Gutes hat, am längsten. Auf der Haben-Seite standen die Burg und die Museen, die Burg Holtzbrinck und die Stadtbücherei, aber auch Aktionen wie die Geranien-Blumenkästen entlang der Lenne, die regelmäßigen Feste und Veranstaltungen, das Stellwerk und seine Arbeit, der inhabergeführte Einzelhandel oder das Schützenfest. Auch immaterielle Werte werden in der Burgstadt geschätzt: die Verbundenheit untereinander, das ehrenamtliche Engagement oder „die Kneipenkultur“.

Weitergabe an gewählten Bürgermeister

Auf der Soll-Seite kam allerdings auch einiges zusammen, und zwar alles Ideen, die dazu führen sollen, das Leben in der Burgstadt, aber auch deren Image zu verbessern. Aufgelistet wurden der Bau eines Lenneradwegs – Spitz‘ Dauerthema – , bessere Taktungen beim öffentlichen Personennahverkehr, Spielgelegenheiten für Kinder an den Lenneterrassen („Wasser-Sand-Spielplatz“), eine kostenfreie, öffentliche Toilette am Bahnhof, ein Künstler- und Mehr-Generationen-Haus, die Verschönerung der Ortsteingänge und eine bessere Verbindung von kulturellen Veranstaltungen von Stadt und Kreis, konkretes Beispiel: Die Weihnachtsmärkte auf der Burg und in der Innenstadt sollten gemeinsam an einem Termin stattfinden.

Der Einladung, nach gut zwei Stunden noch im Gespräch zusammenzubleiben, folgten die meisten Dialog-Besucher. Und so oder so sollen die Ergebnisse der Ideensammlung nicht vergebens sein: „Wenn ich die Wahl nicht gewinne, bekommt der Gewählte die Ideen aus der Dialogreihe schriftlich weitergereicht“, kündigte Volker Spitz an.

Den nächsten Dialogabend gibt es am 23. April, wieder um 19 Uhr im Salon der Villa Spitz an der Hardenbergstraße.

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