Altena. Mit der Nutzung einer speziellen Anwendungssoftware (App), die auf Smartphones geladen wird, will die Stadt für mehr Beteiligung von jüngeren Menschen im Ehrenamt werben. Besonders im Blick hat sie dabei die Arbeit des Stellwerks, der Jugendzentren und der Kinder- und Jugendfeuerwehr. Der Stadtrat stimmte dem Versuch am Montag (27. Januar) zu.

Als „Instrument, wie andere Kommunikationskanäle auch, das sich gezielt vor Ort einsetzen lässt“, bezeichnete Stadtkämmerer Stefan Kemper in der Sitzung des Stadtrats die App, die der Verein „Politik zum Anfassen“ mit Sitz bei Hannover aufgelegt hat. Gwendolin Güntzel war aus Niedersachsen angereist, um den Ratsmitgliedern über die App und ihre Möglichkeiten zu berichten.

Schon ihr erster Satz dürfte einer Herausforderung für einige Abgeordnete im Stadtrat gleichgekommen sein: „Stellen Sie sich vor, Sie sind 14 Jahr alt und möchten sich für ein Projekt in ihrer Stadt engagieren…“ Güntzel hob damit darauf ab, dass junge Menschen heute anders kommunizieren, als noch vor fünf oder zehn Jahren, sich dadurch auch anders Interessensgruppen bilden und finden. Die Stichworte dazu: Digitalisierung, Internet, Smartphones. Die dazu passende App, die der Verein entwickelt hat, heißt „PLACEm“. Gestartet ist die App im vergangenen Jahr und als offene Beta-Version auf dem Markt. Bislang ist die App daher auch kostenfrei.

Zutritt nur über QR-Code möglich

Zutritt zu den Gruppen, die dort – etwa künftig unter „Burgstadt Altena“ – laufen, bekommt nur, wer über einen QR-Code dazu eingeladen wird. Dabei kann der Code einem begrenzten Adressatenkreis, etwa einer Jugendgruppe, zum Abscannen mit den Smartphones ausgedruckt vorgelegt werden, oder, wenn eine breite Öffentlichkeit gewünscht ist, kann der Code auch plakatiert werden.

„Wir haben viel Wert auf Datenschutz gelegt“, beteuerte Gwendolin Güntzel; wer sich anmeldet, braucht nicht zwingend ein Benutzerkonto. Basisfunktionen laufen demnach über die Geräte-ID-Nummer des benutzten Smartphones.

Belohnung für viele Interaktionen

Die App soll Jugendliche zum Mitreden und Mitdenken auffordern. Zudem können Benachrichtigungen über die App verschickt werden. Und über die Auswertung, welcher Teilnehmer die Funktionen wie häufig nutzt, lassen sich Punkte vergeben; wer mit seinen Interaktionen eine bestimmte Punktzahl erreicht, kann dafür mit einem kleinen Geschenk („Eine Altena-Tasse oder eine Tüte Gummibärchen“) belohnt werden.

Die Verwaltung (Administration) soll vom Rathaus aus erfolgen; nur die Stadtverwaltung kann damit dann auch Gruppen („Places“) für Altena auflegen.

„Wir wollen schauen, wie viel Reichweite wir als Stadt damit erzielen“, bat Stadtkämmerer Stefan Kemper um Zustimmung – die es für die Umsetzung einer Versuchsphase auch einstimmig vom Stadtrat gab.

Hollstein in Berlin und bei Markus Lanz

Die Sitzungsleitung des Stadtrats hatte übrigens die stellvertretende Bürgermeisterin Hanna Freissler (CDU). Bürgermeister Andreas Hollstein war in Berlin und nahm dort an einem Fachgespräch zum Thema Innere Sicherheit – „auf Einladung des Innenministeriums“ wie es hieß, teil. Am Dienstagabend (28. Januar) ist Hollstein laut Programmankündigung zu Gast in der Talkshow „Markus Lanz“ (ZDF, 22.45 Uhr), die in Hamburg produziert wird.

Weiterer Bericht über die Ratssitzung folgt

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