Iserlohn. Der Großbrand in der Iserlohner Altstadt ist jetzt ein Fall für eine Mordkommission: Sie soll ermitteln, was das Feuer, beim dem 13 Menschen verletzt wurden und ein Sachschaden in Millionenhöhe entstanden ist, genau ausgelöst hat. Ihr Ansatz: Ein 69-jähriger Bewohner soll den verheerenden Gebäudebrand verursacht haben – vorsätzlich. Gegen ihn ist ein Untersuchungshaftbefehl erlassen worden.

Polizei und Staatsanwaltschaft werfen dem Tatverdächtigen vor, dass er eine Gasexplosion herbeigeführt haben könnte, die dann das Feuer ausgelöst hat. Darauf haben sich Hinweise ergeben, nachdem Sachverständige die Gebäuderuine auf Spuren untersucht haben. Womöglich ist absichtlich eine Gasleitung manipuliert worden.

Die Mordkommission ist „wegen des Umfangs der Ermittlungstätigkeit“ eingerichtet worden, erklärte Polizeisprecher Dietmar Boronowski auf Nachfrage von LOKALSTIMME.DE. Zwar hat es bei dem Brand keine Todesopfer gegeben, aber die Ermittler gingen davon aus, dass der Tatverdächtige „den Tod von Mitbewohnern billigend in Kauf genommen haben könnte“, so Boronowski. Gegen den 69-jährigen Mann, der selbst schwere Verletzungen erlitten hat und in ein Krankenhaus nach Dortmund gebracht worden war, hat ein Richter am Donnerstag (5. Dezember) einen Untersuchungshaftbefehl erlassen. Außer ihm wurden zwölf weitere Menschen verletzt, darunter zwei Feuerwehrleute bei den Löscharbeiten.

Gebäude ist einsturzgefährdet

Das Feuer in dem dreigeschossigen Wohn- und Geschäftshaus am Kurt-Schumacher-Ring in der Iserlohner Altstadt war in der Nacht zu Montag ausgebrochen und hatte zu einem Großeinsatz der Feuerwehr geführt; rund 200 Einsatzkräfte aus Iserlohn, Hagen und Dortmund waren bei den Löscharbeiten beteiligt. Das Gebäude gilt als einsturzgefährdet. Der Kurt-Schumacher-Ring ist in Höhe der Brandruine voll gesperrt; die Straße ist dadurch zur Sackgasse geworden.

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