Altena. Uwe Kober ist offiziell der Bürgermeisterkandidat der CDU Altena für die Kommunalwahl im September 2020. Vertreter von Stadtverband, Ratsfraktion und aus den Ortsteilen der Union stellten den 54-Jährigen am Donnerstagnachmittag (19. Dezember) in der Burg Holtzbrinck vor und bestätigten damit den Bericht von LOKALSTIMME.DE vom vergangen Freitag: Uwe Kober soll im Herbst 2020 für die CDU auf den Amtsinhaber, Bürgermeister Andreas Hollstein, folgen.

Enger Schulterschluss mit dem Kandidaten und durchaus Distanz zum Amtsinhaber, der im September seinen Verzicht erklärt hatte: Die CDU um den Stadtverbandsvorsitzenden Dirk Siebecke zieht klare Linien bei der Vorstellung der vielleicht wichtigsten Personalentscheidung, die sie in den zurückliegenden Jahren, vielleicht sogar Jahrzehnten zu treffen hatte.

„Die CDU steht einstimmig hinter Dir“, lässt Dirk Siebecke keine Zweifel an der „einvernehmlichen“ und „einstimmigen“ Nominierung von Uwe Kober durch den Stadtverbandsvorstand Anfang Dezember aufkommen, trotz mehrerer Kandidaten, die es für das Amt gegeben habe. „Auch zwei, drei Interessenten von außerhalb“, wie Siebecke betont. Mit der klaren Festlegung trägt die CDU Altena auch die Abgrenzung zum Amtsinhaber mit, die Uwe Kober deutlich aufzeigt und die eine kritische Distanz deutlich macht, sogar wie ein Vorwurf verstanden werden kann: „Ich möchte ein Bürgermeister zum Anfassen sein. Das war Andreas Hollstein in den letzten Jahren nicht mehr.“

„Möchte eine andere Stimmung ins Rathaus bringen“

Uwe Kober ist 54 Jahre, verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder. Er ist gelernter Bauspar- und Finanzkaufmann, war zunächst selbstständig, bevor er vor zehn Jahren zur Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis wechselte; heute leitet Kober das Immobilien-Center des Geldinstituts und hat sein Büro in der Altenaer Hauptstelle am Markaner. „Ich bin ein Teamspieler“, sagt Kober über sich als Vorgesetzten – und will diese Einstellung auch, im Falle seiner Wahl, aufs Rathaus übertragen. „Ich möchte eine andere Stimmung ins Rathaus und unter die Bevölkerung bringen“, formuliert Kober. In der Ratsfraktion, die Uwe Kober seit 2017 führt, scheint ihm das schon gelungen zu sein. „Wir sind seit der letzten Wahl eine junge Fraktion, die mitreden will und sich nicht alles diktieren lässt“, sagt selbstbewusst Andreas Schmale, CDU-Ratsherr aus Evingsen, als Bekräftigung, dass Uwe Kober den Teamgedanken der Fraktion mitträgt.

Abgrenzung zum Amtsinhaber

Er habe „lange überlegt“, ob er als Bürgermeister kandidieren solle, berichtet Kober; er habe „äußersten Respekt“ vor dem Amt. Sein Antrieb: „Ich mache Kommunalpolitik und bin Altenaer und habe den Ehrgeiz, es anders zu machen als der Amtsinhaber. Ich will näher an den Menschen sein, auch wieder näher an den Ortsteilen“. Um die Abgrenzung nicht zu deutlich werden zu lassen, sagt er aber auch: „Die CDU hat in den zurückliegenden Jahren gute Politik gemacht, auch wenn es nicht allen gefallen hat“. Und: „Wir haben immer hinter Andreas Hollstein gestanden.“ Das braucht die CDU Altena künftig nicht mehr; Hollstein hat im September erklärt, nach dann 21 Jahren als Bürgermeister der Burgstadt im Herbst 2020 nicht erneut antreten zu wollen. Hollstein strebt jetzt das Amt des Oberbürgermeisters in Dortmund an, ist von der dortigen CDU bereits nominiert und absolviert erste Auftritte in der Westfalen-Metropole.

Einladung an die anderen Parteien

Eine Verständigung über eine Unterstützung durch andere Parteien für die Kandidatur von Uwe Kober hat es bislang offenbar nicht gegeben; es seien Gespräche mit anderen Parteien geführt worden, heißt es. Aber wohl ohne konkret greifbares Ergebnis. „Wir sind gespannt, was und wen die anderen präsentieren werden“, sagt CDU-Chef Dirk Siebecke mit Blick auf SPD und Bündnis‘90/Die Grünen. „Wir sind als CDU stark genug, um einen eigenen Kandidaten in dem Wettbewerb zu stellen“, ergänzt Uwe Kober, und das gelte auch bei einer möglichen Wiedereinführung einer Stichwahl um das Bürgermeisteramt; darüber entscheidet derzeit der NRW-Verfassungsgerichtshof in Münster. Eine Einladung spricht, wenn auch augenzwinkernd, Helmar Roder, CDU-Ratsherr und Ortsvorsteher von Dahle, aus: „Wir haben nichts dagegen, wenn die anderen Parteien unseren Kandidaten unterstützen!“

Nur Bürgermeister-, kein Ratskandidat mehr

Um Inhalte geht es bei der Vorstellung des Bürgermeister-Kandidaten noch nicht; das Wahlprogramm soll bis Ostern stehen, kündigt Dirk Siebecke an. Anfang des Jahres, nach der Sitzung des Kommunalwahlausschusses des Rates (20. Januar), sollen die Kandidaten für den Stadtrat benannt werden; die CDU geht davon aus, alle 16 Bezirke im Huckepack-Verfahren mit einem Kandidaten und einem Stellvertreter besetzen zu können. Uwe Kober wird dabei nicht mehr dazu gehören; er kündigte gegenüber LOKALSTIMME.DE an, „nur als Bürgermeisterkandidat anzutreten.“Foto: Björn Braun

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