Nachrodt-Wiblingwerde/Altena. Flutlicht im Mestekemper-Stadion, Blaulicht am Gartenhallenbad und an der Sekundarschule: Die Feuerwehr der Doppelgemeinde und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) aus Altena, Balve und Werdohl trainierten am Freitagabend (15. November) am Holensiepen in Nachrodt den Ernstfall.

Die vielen Feuerwehrautos und Fahrzeuge vom DRK sorgten für Aufsehen: beim Verkehr, der am Schul- und Sportzentrum vorbeikam, und bei Eltern, die auf dem Parkplatz vorfuhren, um ihre Kinder aus dem Gartenhallenbad abholten. Auf Nachfrage bei den Einsatzkräften gab es jeweils die schnelle Entwarnung: „Es ist eine Übung!“ Genau: „Eine vorgeplante Einsatzübung“, wie Kreisbrandmeister Michael Kling gegenüber LOKALSTIMME.DE erklärte.

Das angenommene Szenario, das Feuerwehr und Rotes Kreuz gemeinsam abzuarbeiten hatten, sieht so aus: Eine Schülergruppe ist im Gartenhallenbad, als es zu einer Rauchentwicklung kommt. Sechs Schülerinnen und Schüler gelten anschließend als vermisst. Während die Feuerwehr der Löschzüge aus Nachrodt und aus Wiblingwerde, wie in einem Ernstfall, die Suche und Bergung der Vermissten angeht, übernimmt das DRK die angenommenen Opfer und sorgt für deren Erstversorgung und schließlich den Transport ins Krankenhaus.

Im Scheinwerferlicht auf der Trage

Mit Atemschutz und Lampen ausgestattet, machen sich die Feuerwehrleute auf die Suche; wenig später wird die erste Mime auf einer Trage aus dem Untergeschoss – dort, wo sich die Bädertechnik befindet – ins Freie getragen. Draußen ist es empfindlich kühl, vielleicht noch drei oder vier Grad über Null. „Ist Dir kalt? Brauchst Du eine zusätzliche Decke?“, wird die junge Frau gefragt. Nein, sie schüttelt den Kopf. Svenja, die stellvertretende Kinder- und Jugendfeuerwehrwartin von Nachrodt-Wiblingwerde, liegt da im Scheinwerferlicht auf der Trage und mimt eine der Verletzten. Und muss warten. Denn schon bringt die Feuerwehr das nächste Opfer des angenommenen Szenarios aus dem Hallenbad.

Zweites Opfer wird als erstes abtransportiert

Der Kopf des Jungen ist auf der Trage fixiert – sieht nach einer ernsteren angenommenen Verletzung aus. Pech für Svenja. Sie muss weiter warten. Das zweite geborgene „Opfer“ wird als erstes vom DRK übernommen und mit einem Rettungswagen am Hallenbad entlang hinauf zur Sekundarschule gefahren. Im Foyer ist dort inzwischen ein Station für die Erstversorgung eingerichtet worden. Oder, wie es Kreisbrandmeister Michael Kling korrekt nennt: „Eine strukturierte Patientenablage.“ Dort werden die Verletzungen eingehender gecheckt, in Dringlichkeitsstufen eingeteilt (grün, gelb oder rot) und entschieden, welcher Patient zuerst in ein Krankenhaus transportiert werden müsste.

„Überprüfung der Einsatzfähigkeit“

Für diesen Teil der Übung ist die DRK-Einsatzeinheit 01 des Märkischen Kreises angerückt. Sie besteht aus drei Gruppen: einer Sanitäts-, einer Betreuungs- und einer Technikeinheit plus der Einsatzleitung; sie kommen aus Altena, Balve und Werdohl.

„Es geht um die Überprüfung der Einsatzfähigkeit“, erläutert Kreisbrandmeister Kling der Anlass der Übung: „Das ist vom Land Nordrhein-Westfalen vorgegeben.“ Kling verfolgt als Kreisbrandmeister und damit als Vertreter der unteren Katastrophenschutzbehörde den Ablauf der Übung als genauer Beobachter, macht sich Notizen auf dem Tablet-PC. Ort und Zeitpunkt der Übung kannten Feuerwehr und DRK, „aber nicht das angenommene Szenario“, so Michael Kling.

Insgesamt waren rund 50 Einsatzkräfte an der Übung beteiligt.

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