Altena. Bis auf dem letzten Platz gefüllt war der Saal im Gasthaus Pilling am Dienstagabend: Die CDU Altena hatte zur Mitgliederversammlung geladen, um unter anderem einen neuen Stadtverbandsvorsitzenden zu wählen, denn der bisherige 47-jährige Parteichef, Björn Uhr, stand für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung.

In seinem (Abschluss-)Bericht als Stadtverbandsvorsitzende ging Uhr auf die Entwicklung Altenas ein. „Man kann es sich heute kaum vorstellen, aber es gab mal Zeiten, nach der Wende, in der es keine freien Wohnungen in Altena gab“, erinnerte Uhr. Der demographische Wandel hat seitdem in der Burgstadt stärker als in anderen Städten und Gemeinden eingesetzt: Es gibt deutlich weniger Einwohner und damit auch weniger Kinder; dies hatte zur Folge gehabt, dass Kindergärten und Schulen geschlossen und die Wege länger wurden.

Um so mehr freute sich Uhr, dass die Eröffnung einer Waldgruppe am Kindergarten Knerling zeige, das auch wieder junge Familien aus den Nachbarstädten nach Altena zögen. Uhr wünschte sich wieder eine Aufbruchstimmung in Altena, wie sie nach dem Bau der Lenneprommenade und der Eröffnung des Erlebnisaufzugs zu spüren gewesen sei. Aber auch er sehe die Geschäftslleerstände in der Innenstadt, im Stapel-Center und auch das leerstehende Krankenhaus, was ihm Sorge bereite. Als einen wichtigen Punkt nannte Uhr auch den Lenneradweg, der fertig werden müsse.

„Ich möchte keine halben Sachen machen“

Als Grund für das Niederlegen seines Amts nannte Uhr seine berufliche Situation, die sich komplett gewandelt habe; sein Zuständigkeitsgebiet habe sich erheblich vergrößert. Er bedankte sich bei seinen Vorstandskollegen, die ihn in den letzten Monaten mitgetragen hätten. „Ich möchte keine halben Sachen machen“, begründete Uhr seinen Abschied als Vorsitzender.

Zur Wahl zum Stadtverbandsvorsitzende stellte sich als einziger Kandidat der 64-jährige Dirk Siebecke vom Nettenscheid. Die anwesenden 30 Mitglieder wählten ihn mit 100%-iger Zustimmung. „Ich bin Rentner, ich habe Zeit“, erklärte Siebecke im Gespräch mit LOKALSTIMME.DE seine Rückkehr in die allererste Reihe: „Ich war schon im Vorstand und bin in der Fraktion tätig und möchte mein Wissen und die Erfahrungen einbringen“. Mit zum Beispiel Bürgerstammtischen möchte Siebecke Bürgernähe umsetzten. „Ich möchte das wir für die Bürger ansprechbar sind, nicht nur im Wahlkampf. Wir müssen den Leuten vermitteln, das sie bei Fragen, Sorgen und Nöten uns ansprechen können und das persönlich.“

„Grünes Herz, scharfer Verstand, schwarze Seele“

Siebecke machte 1975 sein Abitur und fing 1976 bei der DAK an. Dort war er unter anderem Geschäftsstellenleiter in Altena. Im Nebenerwerb übernahm er den elterlichen Bauernhof, den er jahrelang ökologisch betrieb und mittlerweile an einen seiner Söhne übergab. Nach eigenen Angaben habe er schon ca. 10.000 Bäume gepflanzt. „Ich habe ein grünes Herz, einen scharfen Verstand und eine schwarze Seele“, lautete seine Selbstbeschreibung.

Mit einer seiner letzten offiziellen Tätigkeiten konnte der ehemalige Stadtverbandsvorsitzende Uhr noch Ehrungen vornehmen: Hella Semme wurde für ihre 50-Jährige und Andrea Kern für ihre 40-jährige Mitgliedschaft geehrt.

Eine gute Nachricht hatte auch Kassierer Frank Waßmuth zu vermelden. Die Kasse ist mit fast 100.000 Euro gut gefüllt für das Wahlkampfjahr 2020.

Politik-Professor stellt sich mit Fachvortrag als Neumitglied vor

Mit einem Vortrag über „Populismus – Provokationen, Grenzüberschreitungen und die Folgen für die Politik in Deutschland“ stellte sich mit Prof. Dr. Thorsten Müller ein neues Mitglied der Altenaer CDU vor, Müller war durch seinen Umzug in die Burgstadt Mitglied im Ortsverband geworden. Der Professor für Politik und Soziologie bildet angehende Polizeibeamtinnen und -beamte an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW aus. Neben beruflichen Tätigkeiten in Politik und Verwaltung war er auch Leiter des Landesbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung für Nordrhein-Westfalen.

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