Altena. Die ballongroßen Seifenblasen, die die Kinder am feuerroten Spielmobil vor der Stadtgalerie durch die Luft wabern lassen, schimmern in allen Farben. Noch mehr Glanz hätten sie bei strahlendem Sonnenschein verbreitet, nur ausgerechnet der fehlt dem Stadtfest am Sonntag. Dennoch füllt sich die Innenstadt am Nachmittag mit Besuchern, die durch die Lenne- und Kirchstraße schlendern – sie sorgen am Ende für ein halbwegs versöhnliches Fazit der Veranstalter.

„Der Samstag war durchwachsen, aber der Sonntag war wirklich sehr gut“, zieht Alexander Schmitz, erster Vorsitzender vom Altena Stadtmarketing Verein, am Sonntagabend eine erste Bilanz. Während die Auftritte der Bands am Samstag im Bungern eher „schlecht besucht waren“, so Schmitz, sei die Planung für den Sonntag – trotz des Regens – aufgegangen: „Wir wollten die Innenstadt beleben: Das hat geklappt.“

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Zwar sind über weite Strecken Regenjacke und Schirm beinahe Pflichtausrüstung, davon lassen sich aber erstaunlich viele Stadtfestbesucher nicht abschrecken; vor allem am frühen Nachmittag füllt sich die Innenstadt zusehens. Und die Besucher werden durchaus auch belohnt: etwa mit Musik. Vor dem Burgaufzug spielt eine Jazz-Combo, mit Tuba und Banjo, locker auf. Ein Mikrofon? Braucht das Trio nicht; gesungen wird durch ein Megafon. Klingt cool. Der Zugang zur Volksbank ist auch für einige Zeit umfunktioniert; die Stufen werden zur Bühne für die Brüder Daniel und Markus Hartkopf von der Lüdenscheider John-Porno-Band und die Altenaer Band „Lenniac“, die beim Stadtfest ihre Premiere feiert. An der Gitarre Alexander Schmitz und Yasin Gersch, am Bass Henning Marquardt sowie am Mikrofon die stimmgewaltige Yvonne Waschke und Nico Koslowski, die mit bekannten Rock- und Pop-Songs unterhalten. Den Gästen vor der Taverne gegenüber der Bank jedenfalls gefällt es hörbar: Es gibt reichlich Applaus.

„Singin‘ in the Rain“

An der Mittleren Brücke steht ein elektrisches Piano, praktisch als öffentliches Instrument: Wer will und kann, darf in die Tasten greifen. Der Aufforderung kann auch Johannes Köstlin, Kantor der Evangelischen Kirchengemeinde, nicht widerstehen, und zeigt sein Können. „Wie lange darf oder muss ich noch?“, ruft Köstlin der Band um Alexander Schmitz zu, die einen Ortswechsel zur Mittleren Brücke vollziehen. „Ein Lied, dann sind wir soweit!“, kommt als Antwort. „Was soll ich spielen?“, bietet der Kantor ein Wunschkonzert an. „Spiel was Lustiges!“, nimmt Schmitz die Vorlage auf – und Köstlin macht den Spaß mit und spielt, nicht ganz unpassend zu dem Zeitpunkt, den Klassiker „Singin’ in the Rain“.

Dabei ist Altena mit dem Stadtfest-Schauer offenbar noch gut weggekommen. „Mein Mann steht mit einem Verkaufswagen in Finnentrop auf einer Veranstaltung. Da hat es eineinhalb Stunden am Stück geregnet“, erzählt Barbara Langhoff; die Plettenberger Geschäftsfrau steuert mit ihrem Verkaufswagen in Höhe der Burg Holtzbrinck die süßen Seiten zum Altenaer Stadtfest bei. Die übrigen Food Trucks bedienen, bis auf einen Waffelwagen, das herzhafte Angebot: Pasta, Burger, Hot Dogs.

Spielen am Brett

Dass die Innenstadt gut besucht ist, merkt auch Ursula Rinke, die in der Lutherkirche Aufsicht führt; das Gotteshaus hat zum „Tag des offenen Denkmals“ die Türen geöffnet. Fünf Kirchen-Führungen hat Ursula Rinke am Ende des Sonntags absolviert.

Und im Gemeindehaus gegenüber hat sich der Förderverein der Stadtbücherei eingerichtet: „Stadt-Land-spielt“ heißt die Veranstaltung, die bundesweit stattfindet und so zufällig auf den Altenaer Stadtfesttermin gefallen ist und das Programm mit Brett- und Gesellschaftsspielen bereichert. Draußen mitmachen ist hingegen bei den Aktionen der Kinder- und Jugendfeuerwehr angesagt, die am Brunnenplatz Aufstellung genommen haben.

Der Verein Altena Stadtmarketing dankt am Ende nicht nur den Besuchern, sondern auch den zahlreichen Helfern, etwa dem Förderverein der Kita Knerling, den Teams „Die Nettenscheider“ und „Grüner Weg“, der Provinzial Opitz und Partner, der Praxis Lönquist & Tieck sowie den Freizeitsportlern des VfB Altena.

Text: Carsten Menzel / Fotos: Björn Braun

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