Altena. Die Freiluft-Ausbildungsmesse „Date your firm“ soll auch im nächsten Jahr stattfinden. Das hat der Veranstalter, der Verein Karrierenetzwerk Lenne, entschieden. Bei einer Auswertung der Premierenveranstaltung, die am 6. September in der Fußgängerzone stattgefunden hat, haben sich die anwesenden 16 Vertreter für eine Neuauflage ausgesprochen; diese muss dann aber ohne EU-Fördergelder auskommen. Bei dem Treffen im Altenaer Rathaus ging es auch darum, aus möglichen Fehlern der ersten Ausgabe zu lernen und sie beim nächsten Mal abzustellen.

In vier Gruppen analysierten die Teilnehmer des Treffens die erste Freiluft-Ausbildungsmesse. Häufigste Kritikpunkte, die dabei herauskamen: Die Werbung für die Veranstaltung hat zu spät begonnen und eine Verbindung der Messe zur Abendveranstaltung mit DJ Mola Adebisi und dem Rapper-Duo „Die Atzen“ im Bungern fehlte. Auch der Veranstaltungszeitraum an einem Freitagnachmittag soll überdacht werden. Der Wunsch, die Firmenstände komprimiert an einem Ort aufzubauen, so dass sich ein Rundweg entlang der Präsentationen ergebe – ein Vorschlag von Dominik Seeling von der Altenaer Baugesellschaft – lässt sich nicht verwirklichen, weil es dafür keinen geeigneten Ort in der Innenstadt gebe, erteilte der Vorstand um Martin Döhler, Vorsitzender des Karrierenetzwerks, dieser Idee gleich eine Absage. Timo Finkernagel vom gleichnamigen Drahtwerk hinterfragte auch den Titel „Date your firm“. Finkernagel: „So spricht keiner auf Englisch.“ Der Familienunternehmer schlug „Date your company“ vor.

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Es gab aber nicht nur Kritik: Das Konzept insgesamt wurde als gelungen angesehen, auch wenn das Gelingen mitentscheidend vom guten Wetter abhing. Für das Handwerk, das nur mit einem Stand vertreten war, schlug Martin Schröder von der Kanzlei Schröder & Partner einen Gemeinschaftsstand vor. Sein Argument: Während Unternehmen aus den Fertigungsbranchen messeerprobt sind, sei das für Handwerksbetriebe eher ungewohnt. Ein Gemeinschaftsstand könne vielleicht helfen, mehr Handwerker für einen Auftritt auf der Ausbildungsmesse zu gewinnen.

Uneinheitlich fiel die Bewertung der geführten Gespräche mit Jugendlichen aus. Hendrik Voß, Chef der Stadtwerke Altena, erklärte dazu: „Mir sind wenige, aber dafür gute Infogespräche lieber, als viele, die oberflächlich bleiben.“ – Dem schloss sich Judith Meyer von der Firma Möhling an: „Lieber fünf Gespräche mit Interessierten, als 50 mit wenig Interessierten“.

„Dranbleiben und weitermachen“

Dankesworte gab es von Bürgermeister Andreas Hollstein. Er lobte die Zusammenarbeit der verschiedenen Unternehmen mit ihren Berufsfeldern. „Die Ausbildungsmesse hat uns weit nach vorne gebracht“, urteilte Hollstein. Er verglich das Projekt mit einem Marathonlauf; die „ersten hundert Meter sind geschafft. Jetzt heißt es dranbleiben und weitermachen“, so Hollstein.

Das will der Verein auch – mit eben einer Neuauflage im nächsten Jahr. Die dann ohne die Fördergelder aus dem „Leader“-Topf der Europäischen Union auskommen muss. „Wir können uns auf die Suche nach anderen Fördermöglichkeiten machen“, stellte Martin Döhler in Aussicht. „Auf Dauer werden wir die Veranstaltung alleine stemmen müssen“, erklärte Helmar Roder, zweiter Vorsitzender des Vereins Karrierenetzwerk Lenne. Dass eine Neuauflage durchaus sinnvoll sein kann, untermauerte Roder mit Rückmeldungen aus der Sekundarschule Altena/Nachrodt-Wiblingwerde: Die Bewertungen der Schüler/innen, die die Ausbildungsmesse besucht hatten, fielen nämlich durchweg positiv aus.

Bereits am 15. November (Freitag) setzt sich die diesjährige Ausbildungsmesse fort: Unter dem Slogan „Check your firm“ werden Interessierte mit Bussen auf eine Erkundungstour durch die Ausbildungsbetriebe geschickt – wie auf einer Unternehmens-Rallye. Weitere Infos folgen. 

Fotos: Björn Braun

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