Altena. Im unteren Hof der Burg Altena zieht aus einem Zelt der frische Geruch von Marokkanischem Pfefferminztee, im oberen Burghof wird als Getränk „Scharfer Apfel“, mit Ingwer, ausgeschenkt – und, natürlich, auch Bier und Met. In Tonkrügen und Bechern. Auf der Bühne wechseln sich die Klänge von klingenden Schwertern, Metall auf Metall, und Instrumenten, Note für Note, ab. Und feurig geht es auch noch zu: Auf der Festung hoch über dem Lennetal startete am Freitagabend das Festival „Altena – eine Stadt erlebt das Mittelalter“ Anno 2019.

Mehr als 600 Besucher zählen die Veranstalter im Laufe des Abends, der zur launigen Nacht in den Burgmauern wird. Und dass, obwohl ab 21 Uhr der erste Regen aus dunklen Wolken über der Burg fällt und später aus dem Schauer ein richtiger Sommerregen wird. Bis dahin hat sich die Ankündigung von Landrat Thomas Gemke, der das Fest eröffnete, bereits zum ersten Mal erfüllt: „Hier ist an drei Tagen richtig was los“, verspricht Gemke auf der Bühne. Und die Darsteller und Musiker lösen das Versprechen ein.

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Launig und zugleich artistisch unterhält das Duo Forzarello das Publikum mit Jonglage und Kunststücken – und bezieht die Zuschauer mit ein. Das Duo braucht eine Zigarette und nimmt den Spender aus dem Publikum gleich mit auf die Bühne. Er darf sich den Glimmstengel gleich anzünden, damit Forzarello zeigen kann, „wie man im Mittelalter das Rauchen abgewöhnt hat“: kein Nikotinpflaster, keine Hypnose. Die Artisten schnippen die Zigarette mit gekonnt jonglierten Keulen zwischen den Lippen des Rauchers weg.

Comes Vagantes, eine bestens eingespielte und gut gelaunte Gruppe von Spielleuten aus dem Weserland, bearbeiten ihre Sackpfeifen und Trommeln und beweisen dabei richtig Kondition: Die Trommelschläge sind noch unten im Tal, in der Innenstadt, zu hören. Und die Musiker an den Sackpfeifen müssen ein Lungenvolumen haben, mit dem sie auch spielend eine Kinderhüpfburg aufblasen können. Nicht grundlos nennen sie ihren Musikstil „Rock’n’Roll des Mittelalters“.

Firkin, die sich selbst als die „verrückte, irische Band“ bezeichnen, sind der Topact, der den Besuchern der Burg am späten Abend einheizt – denen, die dem Regen trotzen und sich dicht vor der Bühne scharren, oder in den Museumseingängen und unter den Wehrgängen ins Trockene geflüchtet haben. Eigentlich schade, denn Firkin brennen ein richtiges Feuerwerk an ihren Instrumenten, von der Trommel bis zur Flöte, ab.

Zu Beginn waren übrigens auch die Vertreter der Sponsoren des Festivals gefordert: Sie müssen sich im Wettbewerb messen, wer am besten mit einem Schwerthieb einen Apfel spalten kann. Kai Hagen (Vereinigte Sparkasse im Märkischen Kreis), Joachim Effertz (Altenaer Baugesellschaft), Erik Höhne (Mark-E), Stefan Jannig (Märkische Verkehrsgesellschaft), Reinhard Broich (Kulturstiftung) und Hendrik Voß (Stadtwerke Altena) treten dabei, moderiert von Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper, gegeneinander an. Am Ende hat Reinhard Broich den besten Treffer und halbiert die Frucht ziemlich genau in zwei Hälften. Den Anstich des ersten Fasses Bier übernimmt Altenas Bürgermeister Andreas Hollstein; spätestens da ist die Festeröffnung voll im Gange.

Am heutigen Samstag geht das Fest entlang der Lennepromenade weiter.

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