Balve. Bei der Kollision eines Kleinwagens mit einem Zug der Hönnetalbahn an einem unbeschrankten Bahnübergang sind am Mittwochabend in Balve die beiden Autoinsassen schwer verletzt worden. Der Wagen wurde rund 60 Meter mitgeschleift, bevor der Zug zum Stehen kam. Der 71-jährige Mann aus Balve, der am Steuer des Autos saß, und seine 69-jährige Ehefrau sind mit Rettungshubschrauber in Krankenhäuser geflogen worden. Ihre Rettung aus dem völlig deformierten Auto dauerte rund eine Stunde. Der Fahrer des Triebwagens erlitt einen Schock und wurde mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.

Die Unfallursache ist noch unklar: Nach ersten Erkenntnissen soll sich laut Aussage des Triebwagenfahrers der silberne Kleinwagen langsam dem unbeschrankten Bahnübergang zwischen Balve und Balve-Garbeck genähert haben; aber anstatt anzuhalten, sei der Wagen weitergefahren. Dadurch kam es zum Zusammenprall mit dem Zug der Regionalbahn auf der Hönnetalstrecke, die Neuenrade und Unna verbindet; der Zug war auf der eingleisigen Strecke in Richtung Neuenrade unterwegs.

Die 15 Fahrgäste im Zug blieben offenbar unverletzt und konnten die Waggons verlassen. Ein Notarzt hatte sie vorsorglich vor Ort untersucht. Der Triebwagenfahrer erlitt einen Schock und kam ins Krankenhaus. Das Ehepaar im Auto zog sich schwere Verletzungen zu, als der Triebwagenkopf das Auto an der Hintertür der Beifahrerseite rammte und rund 60 Meter durch das Gleisbett mitschleifte.

Schonende Bergung der beiden Unfallopfer

Die Feuerwehr Balve war mit einem Großaufgebot vor Ort; die Löschzüge I (Langenholthausen, Mellen, Balve) und II (Garbeck) waren im Einsatz. Dazu Rettungswagen aus Werdohl, Menden und Hemer, ein leitender Notarzt des Märkischen Kreises sowie Bundes- und Landespolizei; insgesamt 78 Helfer und Retter.

„Wir haben uns nach Absprache mit dem Rettungsdienst und den Notärzten für eine schonende Bergung der Unfallopfer entschieden“, erläuterte Balves Feuerwehrchef Oliver Prior im Gespräch mit LOKALSTIMME.DE die Rettung der beiden Autoinsassen: Die Feuerwehr schnitt dabei mit Spreizern und Scheren praktisch die gesamte Fahrerseite des Kleinwagens auf und entfernte das Dach, um an die Verletzten heranzukommen, die zuvor von den Notärzten noch im Auto versorgt worden waren. Nach der Bergung aus dem Autowrack wurden die Verletzten mit Hubschraubern des ADAC und der DRF – Deutsche Rettungsflugwacht in Spezialkliniken nach Lünen und Bochum geflogen; die Helikopter konnten auf einer angrenzenden Wiese unmittelbar an der Unfallstelle landen.

Züge sollen Donnerstag wieder fahren

Die Strecke der Hönnetalbahn blieb am Mittwoch ab 17.50 Uhr bis zum Betriebsschluss gesperrt; am Donnerstag sollen die Züge wieder planmäßig verkehren, kündigte ein Notfallmanager der Deutschen Bahn am Unfallort an.

Der Triebwagen war nach dem Zusammenstoß noch fahrbereit. Dadurch ließ sich das Autowrack am Ende vergleichsweise leicht bergen: Der Zug zog das Auto die rund 60 Meter zurück bis an den Bahnübergang, wo ein Abschleppunternehmen die Überreste des Kleinwagens auflud. Ein sich zum Unfallzeitpunkt im Auto befindlicher Hund wurde noch von Ersthelfern zu einem Tierarzt gebracht, leider überlebte das Tier den Unfall nicht.

Die Ermittlungen zur Unfallursache dauern an; zuständig ist die Polizei im Märkischen Kreis.

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