Iserlohn. Große Wut und Fassungslosigkeit herrscht in den sozialen Netzwerken, nachdem bekannt wurde, dass das Marienhospital in Letmathe Ende des Jahres geschlossen werden soll.

Der Märkische Kreis hatte dies in einer Pressemitteilung am Mittwochabend mitgeteilt. Die Mitarbeiter erfuhren es, nach Kommentaren bei Facebook, aus der Presse. Weitere Details sollen Donnerstag auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben werden.

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Bei Facebook hat sich eine Gruppe „Gegen die Schließung vom Marienhospital“ gegründet. Dort will man gemeinsam „Gegen die Schließung“ kämpfen.

Von der CDU Iserlohn erreichte uns folgende Stellungnahmen, in der sich die Partei von den Plänen der Kreisverwaltung entsetzt zeigt:

CDU fordert Erhalt des Marienhospitals

Letmathe. Mit großem Entsetzen und erheblicher Verärgerung hat die heimische CDU auf den Vorschlag der Kreisverwaltung des Märkischen Kreises reagiert, die Schließung des Marienhospitals zum Ende des Jahres vorzuschlagen. Fraktionsvorsitzender Fabian Tigges stellt klar: „Wir haben zwar zur Kenntnis genommen, dass der Jahresabschluss 2018 mit einem Defizit abgeschlossen hat und dass die zukünftigen Perspektiven für kleine Krankenhäuser überall immer schwieriger werden, dennoch sehen wir den Kreis in der Pflicht, solidarisch den Standort Letmathe zu erhalten!“ Dies sei vor dem Hintergrund der guten Gewinne des Marienhospitals im Zeitraum zwischen 2010 und 2017 mehr als angemessen. Damit formuliert Tigges eine klare Position, die CDU Ratsfraktion, CDU Stadtverband Iserlohn und CDU Ortsunion Letmathe uneingeschränkt teilen.

Renate Schulte-Fiesel, Kreistagsabgeordnete aus Iserlohn und Mitglied im Aufsichtsrat der kreiseigenen Märkischen Kliniken, zu denen das Marienhospital gehört, macht die unterschiedliche Behandlung innerhalb des Gesundheitskonzerns deutlich: „Im Zeitraum von 2010 bis 2018 hat das Marienhospital rund 2 Millionen Überschuss erwirtschaftet, während der Krankenhausstandort in Werdohl im gleichen Zeitraum 8 Millionen Defizit erwirtschaftet hat!“ Beim Standort Werdohl spreche aber niemand von einer kurzfristigen Schließung bzw. habe dies in der Vergangenheit niemand in Betracht gezogen. „Hier wird mit zweierlei Maß gemessen und deshalb habe ich im Aufsichtsrat gegen die Schließung gesprochen und dagegen gestimmt!“ unterstreicht Schulte-Fiesel ihre klare Haltung.

Karsten Meininghaus, Fraktionsvorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, sieht sich vor diesem Hintergrund ebenfalls in der Pflicht, sich für den Erhalt in der Kreistagsfraktion und im Kreistag einzusetzen: „Mir ist zwar bewusst, dass in der CDU-Fraktion und im Kreistag von den Abgeordneten aus den 15 Städten und Gemeinden des Märkischen Kreises verständlicher Weise unterschiedliche Interessen in dieser Frage bestehen werden, aber ich werde mich klar für eine Mehrheit gegen die Schließung einsetzen.“ Die ungleiche Behandlung der verschiedenen Standorte der Märkischen Kliniken in der Vergangenheit und zum jetzigen Zeitpunkt sei auch für ihn eine schwer hinzunehmende und kaum zu erklärende Tatsache. Ihm sei allerdings natürlich auch bewusst, dass durch die Bundesgesetzgebung gerade kleine Krankenhäuser zukünftig immer schwierigere Voraussetzungen haben werden, kostendeckend zu arbeiten. Dies werde es der Krankenhauslandschaft gerade im ländlichen Raum in Zukunft generell schwer machen.

Die heimische CDU bekennt sich damit klar und unverrückbar zum Standort Marienhospital Letmathe und hofft auch außerhalb der Union auf politische Unterstützung. Die Fraktion stellte daher bereits den Antrag auf eine kurzfristige Sondersitzung des städtischen Arbeitskreises Gesundheitsversorgung.

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