Altena/Märkischer Kreis. Ein Gefahrgut-LKW ist von der Lüdenscheider Straße abgekommen und auf die dortigen Gleise der Ruhr-Sieg-Strecke gestürzt. Ein Personenzug konnte nicht mehr rechtzeitig anhalten und ist in den LKW geprallt. Bisher gibt es 32 Verletzte zu beklagen. Der Märkische Kreis übt in Altena den Katastrophenfall für die Einsatzleitung.

Niemand möchte das dieses Szenario mal Wirklichkeit wird, aber damit im Ernstfall alle Entscheidungen richtig getroffen werden wird der Katastrophenfall für die Einsatzleitung MK geübt. Die Einsatzleitung wurde in der Altenaer Feuerwache eingerichtet. Insgesamt 45 Vertreter von Feuerwehren und anderen Hilfsorganisationen sind an dieser Übung beteiligt.

Das Szenario spielt an der Lüdenscheider Straße/Ecke Rahmedestraße an einem Samstag des Altenaer Mittelalterfestivals gegen 12.30 Uhr, wenn viele Besucher in der Stadt sind. Ein Gefahrgut-Laster ist aus nicht geklärten Gründen beim Befahren der Linkskurve von der Straße abgekommen. Geprobt wird unter der Leitung vom stellvertretenden Kreisbrandmeister Jörg Döring, der auch gleichzeitig der Leiter der Berufsfeuerwehr Iserlohn ist.

Bis jetzt hat der Gefahrgut-LKW keine Ladung verloren. Vier Personen sind noch im Zug eingeklemmt. Die Feuerwehr muss auf das stromlos schalten der Oberleitung warten. Ansonsten würden sich die Einsatzkräfte in Lebensgefahr begeben.

Märkischer Kreis Pressesprecher Hendrik Klein ist mit Altenaers Feuerwehr Pressesprecher Patrick Slatosch ebenfalls involviert. „Bei so einem Ereignis kommen auch viele Übertragungswagen der Medienvertreter. Auch für diese muss ein Platz gefunden werden.“ Der Sammelpunkt für die Presse wird am Finanzamt im Winkelsen eingerichtet. „Wir brauchen zwei Busse der Märkischen Verkehrsgesellschaft mit Fahrer, die die Pressevertreter im Pendelverkehr zur Einsatzstelle fahren können“, ruft Klein einen Übungsteilnehmer zu.

„Die Zugmaschine hat Feuer gefangen“

Ein Team hatte die Übung ausgearbeitet und „überrascht“ die Teilnehmer immer wieder mit neuen Lagen. „Jetzt hat gerade die Zugmaschine Feuer gefangen. Das Feuer droht auf den Anhänger mit Gefahrgut überzugreifen und damit steigt die Explosionsgefahr!“ Sofort müssen die richtigen Entscheidungen getroffen und die Evakuierung eingeleitet werden. Alle Einsatzkräfte und Fahrzeuge müssen den Bereich sofort verlassen. In diesem Gebiet leben 2000 Menschen, unter anderem sind auch Altenheime in dem gefährdeten Bereich. Und das Mittelalterfestival muss geräumt werden. An einem guten Tag sind dort mehrere tausend Besucher. „Wohin die Menschen evakuiert werden, entscheidet sich nach der Windrichtung, denn wenn der Kesselwagen undicht wird, dann entsteht eine giftige Wolke“, so der Leiter der Feuerwehr Altena Alexander Grass im Pressegespräch am Dienstagvormittag.

Ebenfalls muss die Verpflegung und die Ablöse der Einsatzkräfte organisiert werden. In so einem Katastrophenfall würde auch Verstärkung aus den umliegenden Städten und Kreisen nach Altena ausrücken. Wie am vergangenen Wochenende als Einsatzkräfte aus dem Märkischen Kreis nach Bönen zu dem Großbrand alarmiert wurden.

In einem Katastrophenfall übernimmt der Landrat des Märkischen Kreises die Führung. Im Kreishaus würde der Krisenstab zusammen kommen und von dort aus koordinieren und vorausschauend planen. Dieser trifft sich zweimal im Jahr zu einer Übung. Aber heute wird nur die Einsatzleitung des MK geübt und alle hoffen, dass es nur bei einer Übung bleibt.

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