„Die Altenaer Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft feiert nur alle drei Jahre ihr Schützenfest – aber dann richtig!“, stellt zuvor Hauptmann Klaus Hesse in seiner Ansprache am Samstag im Bungern – wohl zu Recht – fest.

Hesse ordnet die Bedeutung im Vergleich zu anderen Großereignissen in anderen Städten ein: mit dem Karneval in Köln und Mainz, oder mit einer Jubelfeier des Bundesligisten BVB in Dortmund. „Es heißt immer, diese Feiern seien Wirtschaftsfaktor für die Städte. Das ist das Schützenfest für die Stadt Altena auch“.

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Hesse geht auf die weit zurückreichende Geschichte der Altenaer Schützen ein; die Gründung liegt jetzt 589 Jahre zurück. Hesse: „Da war Christoph Kolumbus noch nicht geboren.“ Aus der Rückschau schlägt der Hauptmann den Bogen in die Gegenwart, in eine Zeit mit „unberechenbaren Politikern“ auf der Weltbühne und „Verrückten und Idioten, die in Berlin, Münster und auch in Altena unterwegs sind“; Hesse spielt auch die Anschläge auf den Berliner Weihnachtsmarkt, in der Münsteraner Innenstadt und die Messerattacke auf Altenas Bürgermeister an. Hesse fordert die Schützen eindringlich auf: „Wir müssen dem entgegenstemmen und ein klares Zeichen setzen: So geht es nicht!“ Eine heutige Form von Beschützen der Stadt und ihrer Einwohner, die Hesse damit anspricht.

Traditionell findet im Bungern auch die Ehrung der Preisschützen vom Fest-Freitag statt: Jan A. von der Crone (Krone, Kompanie Nette), Chris Makala (Zepter, Kp. Mühlendorf) und Aaron Brattig (Apfel, Kp. Rahmede) erhielten von König Andreas Opitz einen Orden als Auszeichnung.

Ehrungen und Ansprachen – dabei blieb es nicht: Wie LOKALSTIMME.DE bereits berichtete, gab es zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft einen Antrag – einen Heiratsantrag. Preisschütze Chris Makala nutzte die große Bühne im Bungern und machte seiner Freundin Daniela einen Heiratsantrag. „Ich habe schon Leute einen kleineren Polterabend feiern sehen!“, scherzte Hauptmann Klaus Hesse als Anspielung auf den Samstagabend im Festzelt. Jedenfalls dürfte es so schnell in Altena nicht wieder so viele Zeugen für einen Antrag geben.

Mit den neusten Mitgliederzahlen – alleine in den Tagen vor dem Fest gab es nochmals 60 Neueintritte auf jetzt 2311 – entließ Hauptmann Klaus Hesse, der zuvor noch seinen Kollegen im geschäftsführenden Vorstand herzlich für die Mitarbeit gedankt hatte, in den Festumzug und –abend.

Dem Feiern steht nichts im Wege, denn König Andreas Opitz versprach eine milde Regentschaft – was sich ehr nach einer Aufforderung zum Feiern anhörte. Opitz warf den Blick zurück: Vor 21 Jahren kam der letzte König aus dem Mühlendorf: Fritz-Uwe Finkernagel, wie Opitz aus dem Zug 2. Die damalige Königin, Christel Gambalat, kam aus dem Zug Muckebeutel der Freiheit – wie heute Königin Katja Grass. Zugführer war damals der heutige Kompanieführer Jochem Kranz, heute ist es sein Sohn Dennis Kranz. „Das muss wohl ein gutes Omen gewesen sein“, sagte Opitz, der sich mit Blick auf die heftigen Regenschauer beim Schießen scherzhaft als „Regenkönig“ bezeichnete.

Mit dem geglückten Königsschuss sei für ihn ein Traum in Erfüllung gegangen: „Es war wie in einem Hollywood-Film“. Opitz erinnerte an seine Kindheit in Altena, an das Fest 1973, ebenfalls mit einem König aus der Kompanie Mühlendorf – der damals erst Anfang 20-jährige Lehrer Eckhard Kittendorf: „Das war der erste Schützenkönig, an den ich mich bewusst erinnern kann. Seit Freitag bin ich selber Schützenkönig!“

Text: Carsten Menzel / Fotos: Björn Braun

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