Altena. Nach dem Schützenfest ist vor dem Schützenfest: Noch 2 Jahre, 11 Monate und 30 Tage. Die Uhr auf der Internetseite der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft zählt bereits wieder die Zeit runter, bis am 3. Juni 2021 planmäßig das nächste Schützenfest beginnen soll. Am Montag steht allerdings erst einmal das Abschmücken vom gerade zu Ende gegangenen Fest an. Und ein erstes Fazit des Schützenfestes 2018 – das offenbar extrem gut ausfällt.

Hauptmann Klaus Hesse sprach am Sonntag von einem „Fest der Superlative“. „Wir haben noch nie an allen vier Tagen ein so volles Zelt gehabt wie bei diesem Fest“, berichtete Hesse. Auch der Festsonntag mit dem Senioren-Kaffeetrinken füllte das große Festzelt – und eben nicht nur mit den eingeladenen Altenaer Senioren, sondern mit vielen Gästen darüber hinaus. An den Festabenden hätten bis zu 5000 Gäste im Zelt gefeiert. Entsprechend zufrieden dürfte auch Zelt-Wirt Kühling mit seinem Geschäft gewesen sein.

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Das Feiern im Zelt ist nach Angaben der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft auch weitgehend friedlich abgelaufen. Lob gab es u. a. auch von den Bedienungen im Festzelt. Das besondere in Altena: Wenn jemand in der Fülle angerempelt wird, entschuldigten sich die Leute, woanders werde stattdessen rumgemeckert. Der Polizeibericht vermerkt zumindest zwei Vorfälle. Demnach sollte am Samstagmorgen gegen 3.55 Uhr ein 26-jähriger Bochumer aus dem Schützenfestzelt verwiesen werden. Als der Sicherheitsdienst den Mann hinausbegleitete, schlug dieser plötzlich mit der Faust in Richtung eines Wachmanns und holte anschließend zum Kopfstoß aus, der sein Ziel traf. Security und anwesende Polizeibeamte überwältigten den Mann. Zeitgleich versuchte ein 24-jähriger Lüdenscheider ebenfalls nach dem Sicherheitsmann zu schlagen. Auch er konnte überwältigt und wie sein Begleiter in Gewahrsam genommen werden. Hiergegen sperrten sich beide massiv. Nur mit großer Kraftanstrengung gelang es die Störenfriede zu bändigen. Beide erwartet ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Eine Begleiterin des 26-Jährigen beleidigte die Beamten während des Einsatzes. Sie muss sich wegen Beleidigung verantworten. Der betroffene Wachmann wurde leicht verletzt. Beide Störenfriede verbrachten die Nacht im Polizeigewahrsam auf der Polizeiwache in Lüdenscheid.

Ein 57-jähriger Dortmunder versuchte am Samstag, gegen 14.30 Uhr, mehrfach mit seinem PKW in den aufgrund des Schützenumzuges abgesperrten Bereich zu fahren. Als Mitarbeiter des Ordnungsamtes (OA) den Mann schließlich aus seinem Auto holen wollten, griff dieser zu einem Holzstock. Die Mitarbeiter des OA setzten darauf Pfefferspray ein. Gemeinsam mit Polizeibeamten wurde der Mann aus dem Fahrzeug geholt und in Gewahrsam genommen. Er wurde mit zur Wache genommen, ärztlich behandelt und anschließend entlassen. Ihn erwartet ein Strafverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.

Darüber hinaus sei zu Delikten wie Diebstählen und Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz gekommen; die Anzahl sei aber bei Festen dieser Größenordnung normal.

Auf der nächsten Sitzung des Gesamtvorstands der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft steht dann eine ausführliche Manöverkritik des Festes 2018 an.

Text: Carsten Menzel und Björn Braun

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