Nach fast 25 Jahren: Ende April geht die Kirchensendung “kreuz und quer” zum letzten Mal bei Radio MK on air.

Wenn am 29. April die Uhrzeiger auf neun Uhr morgens umspringen endet bei Radio MK eine kleine Ära. Dann wird die letzte Sendung “kreuz und quer” über die Antenne des Senders gegangen sein. Zum letzten Mal wird Moderatorin Sabine Langenbach sich von ihren Hörern verabschieden. Aus persönlichen Gründen hatte die Moderatorin aus Altena kürzlich ihren Abschied von der Kirchensendung angekündigt, und das nach fast einem Vierteljahrhundert.

Für Chefredakteur Holger Jahnke ist der Weggang von Sabine Langenbach gleichbedeutend mit dem Ende der Sendung “kreuz und quer”. “Sabine Langenbach hat die Sendung vom ersten Tag an fast 25 Jahre lang geprägt. Es ist ihre Sendung. Von daher kommt es nicht infrage, “kreuz und quer” von einem anderen Kollegen moderieren zu lassen.” Stattdessen wird ab Mai immer sonntags um acht Uhr die landesweite Kirchensendung “Himmel und Erde” bei Radio MK ausgestrahlt werden.

In 25 Jahren musste nur eine Sendung ausfallen – wegen Glatteis

Als “kreuz und quer” am 5. September 1993 zum ersten Mal on air ging, war nicht abzusehen, dass das Format fast ein Vierteljahrhundert überdauern und auf mehr als 1300 Ausgaben kommen würde. Immer wieder sonntags zwischen acht und neun Uhr und in zahlreichen Sondersendungen zu christlichen Feiertagen widmete sich Sabine Langenbach dem kirchlichen Leben im Märkischen Kreis und auf der ganzen Welt. Nur ein einziges Mal musste sie eine Sendung ausfallen lassen. Vor vielen Jahren konnte sie an einem Silvestersonntag nicht von Altena nach Iserlohn fahren – wegen Glatteis.

Verantwortlich für die Inhalte der Sendung war Sabine Langenbach größtenteils allein. Die Redaktionsleitung von Radio MK ließ ihr dabei freie Hand. Über die Jahre gehörten aber viele Wegbegleiter zum Team der Sendung: Pfarrerin Bärbel Wilde aus Lüdenscheid war am Zustandekommen der Sendung maßgeblich beteiligt. Ebenfalls aktiv: Pfarrer Rainer Gremmels von der Christuskirche Lüdenscheid und Vikar Reinhard Ellsel (inzwischen Pfarrer außerhalb des Märkischen Kreises). Auch auf Unterstützung von Radio MK konnte  sich Sabine Langenbach verlassen. In der Veranstaltergemeinschaft des Senders unterstützte Geschäftsführer Friedhelm Kowalski die Sendung. Außerdem arbeitete ihr André Günther als Reporter zu, Moderator Philipp Prehl übernahm Vertretungsschichten.

Prominente Interviewgäste waren unter anderem: Christoph Maria Herbst, der sich als Beter „outete“ und erzählte, dass er den christlichen Glauben mit der „Muttermilch aufgesogen habe“; Margarete Schreinemakers, die lachend sagte, dass Gott schon seit 1000 Jahren ihr Freund wäre. Markus Maria Profitlich und Eckart von Hirschhausen haben auch über die Relevanz des Glaubens in ihrem Leben berichtet.

Auch Politiker wie Jürgen Rüttgers und Günther Beckstein waren Interviewpartner. Ein besonderes Interview führte Langenbach nach eigenen Angaben vor etwa zwei Jahren mit einer Holocaust-Überlebenden. „Ich war so bewegt von der positiven Ausstrahlung dieser Frau, die keinen Hass empfinden wollte – und die nach Jahrzehnten wieder angefangen hat, ihre Muttersprache Deutsch zu lernen. Tränen beim Interview – das gab es so sonst nicht!“, erinnert sich Langenbach.

Auch über die Sendung hinaus war „kreuz und quer“ für Hörer erlebbar. So veranstaltete Radio MK zum Beispiel zwei Konzerte mit der Gruppe „Falk and Sons“ in der Erlöserkirche Lüdenscheid.

In den 25 Jahren der Sendung hat Sabine Langenbach auch die technische Entwicklung des Mediums Radio hautnah erlebt. So schnitt sie früher Reportagen und Interviews noch mit Bandmaschine. Spätestens seit der Jahrtausendwende sind längst Computer und digitale Schnittsysteme an die Stelle von klobigen Bandmaschinen getreten. Dazu kamen Internet, Homepage und Social Media. Die Arbeitsabläufe blieben aber über all die Jahre gleich: 4 Uhr 20 Aufstehen, in den Sender fahren, Manuskripte schreiben, Beiträge anhören, selber noch OTöne schneiden und Moderationen fertig schreiben, bis es dann kurz nach acht Uhr Zeit für ein „Guten Morgen“ an die Hörer war. Immer nach der Sendung machte sich Sabine Langenbach stets direkt auf den Weg zum Gottesdienst.

Karsten Meininghaus als Vorstandsvorsitzender von Radio MK würdigte die Leistung von Sabine Langenbach. „Ein 25 Jahre langes Engagement, das jeden Sonntag einen persönlichen Einsatz fordert und eine ständige gedankliche Präsenz mit sich bringt, ist eine große Lebensleistung. Die Sendung hat Radio MK mit der christlichen Welt im Märkischen Kreis verwurzelt.“

Angesprochen auf ihre Gefühlslage zum Ende der Sendung sagt sie: „Eine sehr wichtige Ära in meinem Leben geht zu Ende. Ohne „kreuz & quer“ wäre ich heute vermutlich nicht da, wo ich bin. Ich habe sehr viel gelernt in diesem knappen Vierteljahrhundert.“. Sie verspüre große Dankbarkeit.

Auch nach dem Ende von „kreuz und quer“ bleibt Sabine Langenbach dem Journalismus treu. Sie schreibt unter anderem als Ghostwriterin Blogs für einen mittelständischen Unternehmer und bereitet ein zweites Buch für ihn und seinen Kompagnon vor. Sie arbeitet weiter als Referentin für Lebensfragen zu den Themen: Glück, Mut, Selbstwert. Und auch bei Radio MK wird man sie als Reporterin für kirchliche Themen weiterhin hören können. Das Team des Senders dankt ihr für ihr großes Engagement und wünscht ihr alles Gute.

Vertreter der Kirchen und des Senders bei der Verabschiedung von Sabine Langenbach
(v.l. Rainer Beckmann, Dekanat Märkisches Sauerland; Veranstaltergemeinschafts-Geschäftsführer Friedhelm Kowalski, Moderatorin Sabine Langenbach, Chefredakteur Holger Jahnke, Vorstandsvorsitzender Karsten Meininghaus, Superintendent Klaus Majoress)

Quelle: Radio MK

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